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Das war's dann wohl

FYI: Samarah gibt's ab jetzt nur noch ohne mich. Schade, ist aber so. Auch das Konzert in Bliesen nächsten Samstag soll ich nicht mitspielen, nur falls da jemand hätte kommen wollen ...

Sound of Seas - Warum Wale stranden

Heute abend lief auf 3sat ein Dokumentarfilms mit dem Titel "Warum stranden Wale - Eine Detektivgeschichte" (Sounds of the Seas - A science detective story). Die Doku ist von 2008, produziert von Anthro Media aus Berlin/Bad Schwartau und schickt  die italienische Meeresbiologin Antonella Servidio um die halbe Welt.

Leider sind die Flashfilmchen auf der Website nicht mehr verfügbar, sonst könntet ihr euch mal ein Bild davon machen.

Insgesamt war das ziemlich heftig und auch einiges neu für mich. Die Sonarsysteme der Militärs und insbesondere der Marine stehen ja schon länger im Verdacht schädlich für die Lebewesen in den Ozeanen zu sein. Antonella Servidio trägt in der Doku Wissen und Nachweise von verschiedenen Forschern und Wissenschaftlern zusammen - mit ziemlich erdrückendem Fazit.

Das Problem an der Sache ist auch, dass der Großteil der Gelder für Meeresforschung von militärnahen Stellen vergeben wird. Allein die US-Navy soll über rund 60% der Forschungsgelder verfügen. Wirklich unabhängige Wissenschaftler zu finden ist also nicht gerade leicht.

Im Laufe der Doku wird es immer deutlicher, dass die Schallwellen der Sonare von Militärschiffen verschiedenste Walarten richtiggehend durchdrehen lassen. Viele der großen Walstrandungen passieren unmittelbar nach oder während Marinemanövern - immer mit U-Boot-Jagd, wo das Sonar ein Hauptortungsmittel ist.

Das Gehör der Wale ist wesentlich komplexer und sensibler als das von Menschen. Klar, wer sich anhand von Schallwellen orientiert muss ein außergewöhnliches Gehörsystem haben. Wale jagen in mehreren hundert Metern Tiefe ihre Beute, bekanntestes Beispiel sind wohl Pottwale, die man sogar in 1100 womöglich in bis zu 3000 Metern Tiefe findet und die dort Riesenkalmare jagen. Dort unten ist es aber stockfinster, die Wale orientieren sich nur anhand ihres biologischen Sonars - vergleichbar ist das mit dem Echoortungssystem der Fledermäuse. 

Die Militärsonars erreichen teilweise einen Schalldruck von 240 Dezibel. Laut Greenpeace entspricht das "dem Lärm sieben Meter neben einer startenden Saturn-V-Mondrakete". Das ist eine Lautstärke, die den Orientierungssinn der Tiere vollkommen durcheinander bringt und ihnen auch physisch schadet. Zum einen bringt es die Wale dazu panikartig aufzutauchen, wodurch das Gas in ihrem Blut ausperlt, die Blutgefäße verstopft und diese schließlich zum Platzen bringt - die Tiere sterben an inneren Blutungen. Zum Anderen schaffen es die Militärsonars auf einer Frequenz zu senden, die bei bestimmten Arten genau der Resonanzfrequenz des Kiefers entspricht, wodurch der Kiefer des Wals selbst in Schwingung versetzt wird und enormen Schaden anrichtet. 

Die Wale die vollkommen verwirrt an die Strände gespült werden - ob durch Desorientierung oder innere Verletzungen - sind vermutlich auch nur die Spitze des Eisberges. Die meisten Wale wird ihr Schicksal auf offener See ereilen, wo Sie entweder ertrinken und zu Boden sinken oder von Haien attackiert werden.

Achja, die Navy streitet natürlich alles ab. Auch nachträglich das Stattfinden von Manövern, obwohl eindeutiges Bildmaterial existiert. 

Greenpeace hat noch ein paar Zahlen und Fakten und berichtet außerdem von sogenannten "Airguns" mit denen seismische Untersuchungen zur Erdöl-/Erdgasgewinnung gemacht werden und die rund 220 Dezibel erreichen. Außerdem wurden Pottwale gefunden, die auf der Frequenz von Schiffsmotorenlärm komplett taub waren. 

WikiLeaks zum Zweiten

Zur Vollständigkeit: Es gab heute einigen Wirbel um Julian Assange, Journalist, politischer Aktivist und vor allem Mitbegründer von WikiLeaks

Der Stern fasst das hier ganz übersichtlich zusammen - auch wenn Julian meines Wissens nach nicht der "Chef" von WikiLeaks ist.

Der Crashkurs: 

  • Julian Assange ist neben "Daniel Schmitt" (Pseudonym) der einzige Vertreter von WikiLeaks, der öffentlich auftritt und dementsprechend vielen ein Dorn im Auge
  • Es gibt allem Anschein nach Bestrebungen WikiLeaks zu diskreditieren und Julian dingfest zu machen ... eine kleine Sammlung kann man sich bei Fefe zusammensuchen
  • Am Freitag (20.08.2010) haben offenbar zwei Frauen bei der schwedischen Polizei ausgesagt von Julian Assange missbraucht bzw. belästigt worden zu sein - erstatteten aber keine Anzeige. Die Staatsanwaltschaft entschloss sich trotzdem zu Ermittlungen.
  • Am Samstagmorgen (21.08.2010) trumpfte das schwedische Boulevardblatt "Expressen" mit der Meldung auf, Assange stehe unter Vergewaltigungsverdacht
  • Bis Samstagmittag bestätigt die Staatsanwaltschaft diese Version, um dann Samstagabend zurück zu rudern und alle Anschuldigungen fallen zu lassen

Spannend, spannend. Ich glaub ja an eine kleine gekachelmannte Rufmord-Spielerei.

Wikileaks feat. Loveparade

Eine kleine Randnotiz: Wikileaks hat knapp 50 Dokumente zur Loveparade 2010 in Duisburg veröffentlicht

Was mir da beim überfliegen zuerst ins Auge sticht:

2. Ermächtigung des Oberbürgermeisters Sauerland der Stadt Duisburg (OB) Rahmenvereinbarung mit Lopavent GmbH betreffend Durchführung Loveparade 2010, 11.06.2007, einstimmig im Rat beschlossen (Enthaltung der Linken), enthält Auflage für Lopavent eine Veranstalterhaftpflichtversicherung über 3mio € für Personenschäden und 2 mio € für Sachschäden abzuschliessen, Ergänzung am 20.02.2010 - Ratsbeschluss der Stadt Duisburg: kein Haushaltseinsatz der Stadt für die Loveparade, keine finanziellen Mittel durch städtischer Betriebe

Die hatten seit 2007 Zeit das zu planen? Und haben dann trotzdem so einen Müll fabriziert? Wahnsinn.

Update: Nur um das klarzustellen - die Veröffentlichung der Dokumente über Wikileaks war eine Art Notlösung / Absicherung. Etwas mehr Hintergrund gibt es bei xtranews, Udo Vetter und Stefan Meiners selbst. Die Jungs von xtranews brauchen übrigens noch Bares für den ausstehenden Rechtsweg.

Frische Eier inklusive Salmonellen

In den USA fordert der Eierproduzent "Wright County Egg" dazu auf, die zwischen dem 13. Mai und dem 16. August landesweit ausgelieferten frischen Eier zu vernichten. Macht rund 380 Millionen Eier. Warum? Nun, das Übliche: Salmonellen. Über 2000 bekannte Fälle von Salmonelleninfektionen, und das nur bis Mitte Juli. 

Besonders nett finde ich das kleine Detail am Rande: "Wright County Egg" produziert an ihrem Standort in Iowa etwa 28 Millionen Eier pro Woche. Das macht bei 24/7-Eierproduktion 4 Millionen Eier am Tag oder schlappe 167.000 Eier in der Stunde. Ein aktuelles Modell Legehenne legt knapp ein Ei am Tag, weswegen wir den Hennenbestand der Anlagen auch auf gute 4 Millionen Tiere schätzen dürfen. Wie die jetzt untergebracht sind weiß ich nicht - in diesem Video (Artikelende) sieht man hauptsächlich rollende Eier, an einer Stelle jede Menge Käfige am Fließband.

Quelle: Sueddeutsche.de 
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Und SPON weiß:

"Der Eigentümer des Unternehmens aus Iowa wurde bereits in der Vergangenheit mehrmals wegen Verstößen gegen Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen verwarnt."

Was mich darüber hinaus noch wundert: Es ist immer nur von einer Rückrufaktion von Kartons die Rede. Also Einzelhandel. Hat "Wright County Egg" etwa nicht an die Lebensmittelindustrie geliefert? Heutzutage ist jedes zweite industriell hergestellte Lebensmittel mit Hühnereiern oder Teilen aus Hühnereiern vollgestopft.